Swipe to the left

Scheibenwischergeschichte: Die Erfindung

Scheibenwischergeschichte: Die Erfindung

Gerade als Mary sich auf den Weg von ihrem Hotel in New York, zum Grand-Central-Bahnhof begeben wollte, setzte ein Schneesturm ein. Eisregen mischte sich unter den kalten Wind. Kutschen fuhren bei diesem Wetter nur kaum. Die Straßen waren zu glatt für die Pferde, die vor die Droschken gespannt wurden. Zum Glück waren bereits erste Teile der Straßenbahn in Betrieb. So kam Mary nicht in die Situation, zum Bahnhof laufen zu müssen.

Im Zug angekommen, fiel Mary Andersonen auf, dass der Lokführer seinen Kopf aus den Triebwagen hielt. Sie wunderte sich, denn aus Vergnügen würde sich der Triebwagenführer bestimmt nicht den bitter kalten Wind in das Gesicht schlagen lassen. Als Mary sich der Kabine des Zugführers näherte, erkannte sie das Problem. Der Lokführer war gezwungen, mit dem Oberkörper aus dem Fenster des Zuges zu lehnen, da die Frontscheibe durch Eis und Schneeregen undurchsichtig geworden war.

Problem erkannt, Lösung gefunden: Scheibenwischer!

Zurück in Birmingham ging ihr diese Situation nicht aus dem Kopf. Es sollte doch eine Möglichkeit geben, klare Sicht bei der Fahrt zu haben, ohne dass man bei Wind und Wetter mit dem Kopf aus dem Wagen hängen muss. So begann Mary Anderson ein handbetriebenes Gerät zu skizzieren, das es möglich machen würde, die Scheibe frei zu halten. Nachdem sie zu einer effizienten Lösen gekommen war, beauftragte sie eine kleine Firma in der Nähe von Birmingham mit der Fertigung eines Prototyps, mit dem sie 1903 für Ihre Erfindung ein 17-jähriges Patent erhielt.

Fortan versuchte Anderson Ihr Wischersystem für die Frontscheibe der Bahn an Firmen anzubieten. Leider ohne Erfolg. Alle Unternehmen mit denen sie verhandelte, sahen nicht, das Ihre Erfindung kommerziell erfolgreich sein könnte. Somit blieb es, für Mary Anderson bei dem Prototyp. Wirtschaftlich zahlte sich ihre geniale Erfindung nur kaum aus. Heutzutage kann man sagen, dass sie Ihrer Zeit voraus war. Denn erst nachdem Ihr Patent im Jahr 1920 ausgelaufen war, begann der Boom der Automobilindustrie und damit auch der Aufschwung für die Scheibenwischer. Die Autohersteller übernahmen das Design von Anderson fast eins zu eins.

Mary Anderson - Heldin der Automobilgeschichte

Die Erfinderin der Autowischer, gehört auf alle Fälle in die Kategorie Helden des Altags. Ihr gebührt unser Dank. Unsere Anerkennung. Und unser Mitgefühl. Für Anderson muss es gewesen sein, als hätte man sechs richtige im Lotto und dann fällt einem auf, dass man den Schein von der letzten Ziehung in der Hand hält. Sie hatte einfach die richtige Idee, jedoch knapp 20 Jahre zu früh. Ähnlich muss es auch einem anderen Erfinder im Zusammenhang mit Scheibenwischern gegangen sein. Nur, dass Professor Robert Kearns für seine Erfindung der Gewinn nicht ausgezahlt wurde.

Zwei Jahre nachdem Anderson das Patent für ihre Scheibenwischer in den USA ausgestellt wurde, gab es auch in Deutschland eine Patentanmeldung. Die Bezeichnung des Patents war: „Scheibenreiniger für die vordere Schutzscheibe an Kraftfahrzeugen.“ Diese Erfindung gilt als Grundlage für die ersten Bosch-Scheibenwischer.

tl;dr

Eine Heldin des Alltags, auch wenn sie nie richtig für Ihre Leistung honoriert wurde.